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YARN Ergebnisse

Leitlinien für inklusive Veranstaltungen für Menschen, die von Krebs betroffen sind

Diese Broschüre bündelt praktische, auf gelebter Erfahrung basierende Empfehlungen, die Patientenorganisationen, Gesundheitsorganisationen, Forschenden, öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen und allen, die Treffen, Workshops, Konferenzen oder andere Veranstaltungen für von Krebs betroffene Menschen organisieren, dabei helfen, diese inklusiver und barrierefreier zu gestalten.

Leitlinien herunterladenPDF · Englisch · 32 Seiten · 0.8 MB
Titelseite der Leitlinien für inklusive Veranstaltungen für Menschen, die von Krebs betroffen sind

Warum diese Leitlinien

Menschen, die mit und nach Krebs leben, können praktische, körperliche, emotionale oder soziale Bedürfnisse haben, die beeinflussen, wie sie an Treffen und gemeinschaftlichen Aktivitäten teilnehmen. Praktische, finanzielle, körperliche, kommunikative und soziale Barrieren können sich darauf auswirken, ob Menschen teilnehmen können, sich willkommen und sicher fühlen oder sich umfassend einbringen können — insbesondere Menschen aus unzureichend versorgten und unterrepräsentierten Gemeinschaften.

Diese Leitlinien schreiben keine einheitliche Art der Veranstaltungsorganisation vor. Sie bieten praktische, anpassbare Empfehlungen, die Organisator:innen dabei helfen, Barrieren für die Teilnahme zu erkennen und zu verringern — denn selbst kleine Veränderungen können eine Veranstaltung für eine größere Vielfalt von Teilnehmenden einladender machen.

Was die Leitlinien abdecken

Zehn Bereiche mit allgemeinen Empfehlungen zur Planung und Durchführung inklusiver Veranstaltungen, unten zusammengefasst — im vollständigen Heft wird jeder davon mit Checklisten und Stimmen aus der Community näher erläutert.

1. Ein Team aufbauen

Stellen Sie ein multidisziplinäres Organisationsteam zusammen, das Menschen mit eigener Krebserfahrung einschließt, achten Sie auf vielfältige Vortragende und Diskussionsteilnehmende und schulen Sie das Personal in Barrierefreiheit, respektvoller Kommunikation und dem Wohlbefinden der Teilnehmenden.

2. Einen barrierefreien Veranstaltungsort wählen

Wählen Sie sichere, barrierefreie Veranstaltungsorte und Unterkünfte mit klarer Beschilderung, ruhigen und privaten Bereichen sowie mit Augenmerk auf Lärm, Beleuchtung und Temperatur — einschließlich barrierefreier Notfall- und Evakuierungsregelungen.

3. Ein inklusives Programm gestalten

Erfassen Sie im Voraus die Ernährungs-, Mobilitäts-, Kommunikations- und Barrierefreiheitsbedürfnisse der Teilnehmenden, planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein und schaffen Sie Möglichkeiten, damit unterschiedliche Stimmen sich einbringen können, etwa durch moderierte Diskussionen oder anonyme Fragen.

4. Wohlbefinden der Teilnehmenden und emotionale Sicherheit

Legen Sie gemeinsame Erwartungen für respektvolles Verhalten fest, lassen Sie die Teilnehmenden ihren Namen und ihre Pronomen selbst wählen und sich ohne Erklärung zurückziehen, holen Sie vor der Weitergabe persönlicher Informationen eine Einwilligung ein und weisen Sie bei belastenden Themen vorab darauf hin.

5. Inklusive Kommunikation

Teilen Sie praktische Informationen rechtzeitig im Voraus in klarer, jargonfreier Sprache und in barrierefreien Formaten mit und bieten Sie, wo möglich, Übersetzung oder Dolmetschen an.

6. Essen und Catering

Erheben Sie Ernährungsangaben im Voraus, kennzeichnen Sie Allergene deutlich und bieten Sie Auswahlmöglichkeiten an, die medizinische Einschränkungen, Nebenwirkungen der Behandlung sowie kulturelle oder religiöse Bedürfnisse berücksichtigen.

7. Barrierefreies Reisen

Stellen Sie klare Reisehinweise bereit, fragen Sie im Voraus nach barrierefreiheitsbezogenen Bedürfnissen bei der Anreise und planen Sie Zeit zur Erholung nach der Reise ein — in Anerkennung dessen, dass Reisen belastend sein kann, besonders allein oder international.

8. Familie und pflegende Angehörige

Fragen Sie im Voraus nach Betreuungsverantwortung und berücksichtigen Sie Teilnehmende, die mit einer Betreuungsperson, unterstützenden Person oder persönlichen Assistenz teilnehmen müssen.

9. Finanzielle Barrieren verringern

Minimieren Sie Vorabkosten, kommunizieren Sie Erstattungsverfahren klar und ziehen Sie Gebührenbefreiungen oder Zuschüsse für Teilnehmende in Betracht, die andernfalls nicht teilnehmen könnten.

10. Inklusive Teilhabe ermöglichen

Verwenden Sie klare Sprache, gut lesbare Schriftarten und gute Farbkontraste, bieten Sie verschiedene Möglichkeiten zur Teilnahme an — Sprechen, Chat, anonyme Fragen, Kleingruppen — und ziehen Sie virtuelle oder hybride Formate in Betracht, um Barrieren zu verringern.

Zusätzliche Überlegungen zu unterschiedlichen Identitäten, Hintergründen und Barrierefreiheitsbedürfnissen

Ein eigenes Kapitel hebt Überlegungen hervor, die je nach Zielgruppe und Kontext der Veranstaltung besonders relevant sein können:

  • Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung
  • Neurodiversität
  • Behinderung und Barrierefreiheitsbedürfnisse
  • Kultur, Sprache, Religion, Nationalität und migrationsbezogene Faktoren

Wie diese Leitlinien entwickelt wurden

Die Publikation wurde von einer multidisziplinären Arbeitsgruppe geleitet, deren Mehrheit junge Menschen mit eigener Krebserfahrung sind. Die Gruppe sichtete 15 bestehende Leitlinien und Ressourcen zur inklusiven Veranstaltungsplanung von Organisationen aus ganz Europa und darüber hinaus, ergänzt durch eine Online-Umfrage in der Community und eine Fokusgruppe mit 25 jungen Menschen mit eigener Krebserfahrung, die während des ersten Treffens des Youth Cancer Council stattfand.

Sie baut auf den Recommendations for Equitable, Diverse and Inclusive Cancer Care und dem EDI Train-the-Trainer Toolkit auf, die beide von Youth Cancer Europe im Rahmen des früheren, durch EU4Health finanzierten EU-CAYAS-NET-Projekts entwickelt wurden.

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Englische Version (PDF, 0.8 MB)

Diese Publikation wurde von Youth Cancer Europe im Rahmen von Task 5.6 des YARN-Projekts (European Youth Cancer Network) entwickelt, das von der Europäischen Union im Rahmen des EU4Health-Programms (Grant Agreement No. 101219053) kofinanziert wird, mit Beiträgen des Youth Cancer Council, dessen gelebte Erfahrungen und Rückmeldungen diese Publikation mitgeprägt haben. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autorin bzw. des Autors oder der Autor:innen und spiegeln nicht zwangsläufig die der Europäischen Union oder HaDEA wider.